Autobahn – und was dann?

Stellungnahme der GigA zur Serie der WESTFALENPOST/ WR

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Die Gruppeninitiative gegen den Bau der A46 – Für eine Region ohne Autobahn (GigA46) begrüßt die Serie der WP/WR zum geplanten Bau der A46/B7n.

„Das ist ein wichtiger Beitrag in der Diskussion um diesen verkehrspolitisch unsinnigen, wirtschaftspolitisch unnötigen und ökologisch katastrophalen Autobahnbau“, bewerten die Sprecher der GigA, Stefan Neuhaus und Lothar Kemmerzell, die WP/WR- Serie. „Wir gehen davon, dass dabei zwangsläufig auch eines sehr deutlich wird: Die A46 als Straßenprojekt der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts hat mit einer notwendigen Verkehrswende in Zeiten des Klimawandels nichts zu tun. Sie ist genaue Gegenteil einer Verkehrswende, weil sie zu mehr, statt zu weniger Straßenverkehr führen wird.“

In der Berichterstattung sollten allerdings aus Sicht der GigA von Beginn an die Fakten stimmen und vermeintliche Argumente für die Autobahn kritisch hinterfragt werden. Das ist leider in den ersten beiden Teilen nicht der Fall. So stammen die erwähnten Kosten von 510 Millionen Euro aus dem Jahr 2014. Inzwischen kosten die geplanten 19,8 Kilometer der A46/B7n durch Preissteigerungen schon weit mehr als 605 Millionen Euro. Wie die (noch weiter steigenden) Mehrkosten finanziert werden sollen, weiß niemand. Klar ist nur: Zusätzliche teure Tunnel, wie von den Autobahn-Befürwortern insbesondere in Menden gefordert, wird es auch aus diesem Grund nicht geben.

„Und auch die Frage einer möglichen Zeitersparnis durch die A46 ist kritisch zu hinterfragen. Dass man auf einer Autobahn schneller fahren kann als auf Bundes- oder Landstraßen ist eine Binsenweisheit. Wenn das ausschlaggebend wäre, könnte man überall neue Autobahnen bauen. Wie wäre es zwischen Fröndenberg und Balve? Oder zwischen Hemer und Unna? Dazu kommt: Wer Straßen sät, wird Verkehr ernten. Die Zeitersparnis auf einer A46 wird an anderen Stellen zum Teil wieder zunichte gemacht. Durch weiter steigenden Verkehr, durch zusätzliche Fahrten, durch die Sogwirkung neuer Auf- und Abfahrten und damit durch neue Staus. Die entscheidende Frage ist deshalb nicht die Zeitersparnis, sondern: Wird die A46 den selbstgesteckten Zielen gerecht? Der Verkehrsentwicklungsplan für Iserlohn, Hemer und Menden sagt dazu eindeutig: Nein. Das Ziel einer Entlastung vorhandener Autobahnen und Autobahnkreuze wird nicht erreicht, die überregionalen Verlagerungswirkungen sind vergleichsweise gering. Und auch die erhoffte große Entlastung der B7 zwischen Hemer, Mendenund Wickede wird es nicht geben, der Verkehr wird auf der gesamten Strecke um gerade mal 20 Prozent reduziert. Demgegenüber stehen zusätzliche Belastungen an anderen Stellen durch eine neue Autobahn. Auch das zeigt die Absurdität der A46-Planungen“, so Stefan Neuhaus und Lothar Kemmerzell.

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