Situation in Hemer
Wer nach wie vor glaubt, durch den Bau der A46 verschwindet der Verkehr in Hemer, der liegt falsch.
Da muss man nur mal in die Unterlagen gucken, die der Hemeraner Rat selbst beschlossen hat. Dort heißt es nämlich im Interkommunalen Verkehrsentwicklungsplan der Städte Hemer, Menden und Iserlohn aus dem Jahr 2003: „Die Entlastungseffekte auf der B7 mit ca. 6200 Fahrzeugen sind gering“. Auch in der aktuellen Fortschreibung des Plans schwanken die Reduzierungen durch die Autobahn zwischen 6000 und 7000 Fahrzeuge täglich. Das ist nicht einmal ein Drittel.
Und das hat einen Grund: Ein großer Teil des vorhandenen Verkehrs in Hemer insbesondere morgens und nachmittags ist sogenannter Ziel- und Quellverkehr, der in der Region zwischen Iserlohn, Hemer Menden entsteht und sich in der Region bewegt. Das zeigen unter anderem auch die aktuellen Zahlen des Landesamtes für Statistik. Danach pendeln jeden Morgen fast 6000 Menschen aus Menden an ihren Arbeitsort nach Hemer und Iserlohn. Da ist kein überregionaler Verkehr, für den man eine überregionale Straße wie eine Autobahn braucht und baut. Ebenso wenig wie für den Verkehr, der auf der B7 entsteht, um den großflächigen Einzelhandel in der Becke anzufahren. Alles das verschwindet mit einer Autobahn nicht.
Die Autobahnbefürworter erwecken darüber hinaus den Eindruck, das ganz Hemer die A46 will. Das ist falsch. Viele Bewohner des Stübeckens haben in der Vergangenheit die Befürchtung geäußert, dass es durch die Bodenbeschaffenheit mit dem geplanten Autobahn-Tunnel zu Schäden an ihren Häusern kommt. Diese Befürchtungen bestehen auch weiterhin.
Und auch hinsichtlich der weiteren Planungen liegen die Befürworter falsch.
Die aktuellen Beschlüsse zum Bundesverkehrswegeplan sehen ab Menden eine vollkommen neue Planung als dreispurige Bundesstraße vor.
Für dieses Gesamtprojekt A46 (bis Menden / B7n (ab Menden) muss im Linienbestimmungsverfahren eine durchgängige Linie gefunden und bestimmt werden. Erst dann können im Planfeststellungsverfahren einzelne Abschnitte gebaut werden.
Fazit:
Mit einer Autobahn löst man keine regionalen und örtlichen Verkehrsprobleme.
Die geplanten sieben Kilometer Autobahn zwischen dem jetzigen Ende und dem Anschluss in Menden sollen 350 Millionen Euro kosten (Stand 2017 heute vermutlich 500 – 600 Millionen Euro) – mindestens 50 Millionen Euro für jeden Kilometer. Damit ist das Projekt eines der teuersten in Deutschland. Dazu kommen die Zerstörung und Zerschneidung der Waldemei.
Statt auf den Dinosaurier A46 zu setzen, sollte man sich auch in Hemer über Alternativen zur Autobahn Gedanken machen.

